BWL / VWL
Volkswirtschaftslehre (VWL) ist eine relativ alte Wissenschaft.
Erster systematischer volkswirt war Adam Smith; er hat sich mit Allgemeiner Volkswirtschaft befasst.
Historisch basiert der Beruf des Volkswirtes auf dem “Kameralist”, der sich um Staatsfinanzen (Steuern, Zölle) gekümmert hat.
MAKROÖKONOMIE
Die Makroökonomie betrachtet Volkswirtschaften insgesamt.
Beispiele für makroökonomische Größen:
- gesamtwirtschaftliche Nachfrage
- gesamtwirtschaftliches Angebot
- Preise
- Geldmenge
- Zinsen
MIKROÖKONOMIE
Im Gegensatz dazu betrachtet die Mikroökonomie, die damit je nach Sichtweise die Grundlagen für Makroökonomie bildet,
grundsätzlich “Individuen” bzw. “Wirtschaftssubjekte”.
Das können Haushalte und Unternehmen sein.
“Haushalt”: Konsument von Gütern, Anbieter von Arbeitskraft, Anbieter von Geld (Sparen), Nachfrager von Geld (Kredit)
Bezeichnung “Haushalt” korrekt, weil kleinste ökonomische Einheit; – problematisch, wenn Haushalt aus mehreren Personen besteht
“Unternehmen”: Produkte / Güter / Dienstleistungen, Arbeitsnachfrage, Kreditnehmer / Kreditgeber
Konkrete Betriebe sind kein Thema der Mikroökonomie. “Mikroökonomie hat nichts mit BWL zu tun”.
Stattdessen werden Probleme abstrakt diskutiert.
Märkte
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Konsum und Produktion finden auf dem Gütermarkt statt.
Arbeitsangebot / Arbeitsnachfrage <==> Arbeitsmarkt
Kreditangebot / Nachfrage <==> Geldmarkt / Kapitalmarkt
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Beispielgrundsatz zu den Märkten (Adam Smith): Arbeitnehmer bietet seine Arbeitskraft an.
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Allokation und Verteilung
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Themen: Haushaltstheorie, Unternehmenstheorie, Markttheorie, Wirtschaftspolitische Probleme
Literaturempfehlung: Prof. Dr. Lorenz, Mikro-online (http://www.mikrooekonomie.de/)
- N. G. Mankiw (s. Handout)
- J. Stiglitz
- E. Feess-Dörr (etwas kompliziert)
- K. Herdzina
ALLOKATION
- Zuordnung von Ressourcen
Definition:
Mechanismen, die die Zuordnung von Ressourcen steuern
Regeln, die eine Gesellschaft hat um festzustellen, wie viel von was produziert werden soll
Fragen bezüglich Gerechtigkeit werden hier nicht behandelt, sondern bei “Verteilung”.
Definition “Ressourcen”:
- Kapital (Rohstoffe, Maschinen)
- Arbeit (menschliche Arbeit quantitativ / qualitativ)
- Boden (Rohstoffe)
Beispiel:
Die “Planwirtschaft” war aber der Versuch, die Allokationsprobleme zentral zu lösen,
was auf der anderen Seite wieder Probleme aufgeworfen hat.
Im “Kapitalismus” gibt es keinen zentralen Plan.
Zitat Hahn 1984, S. 154: Entscheidung nach (a) Markt <-> Preissystem und (b) Vorteil = individuelle Nutzenmaximierung
*** Menschenbild “Individualistischer Ansatz” / homo oeconomicus ***
Menschen haben individuelle Präferenzen. Aus den individuellen Präferenzen entsteht die Zahlungsbereitschaft.
Die Präferenzen werden beeinflusst durch Sozialisation, Land, Religion, Klasse, Klima, …
Diese Faktoren werden jedoch von der VWL nicht berücksichtigt, sondern nur das Ergebnis (= das Individuum).
Aus (b) folgende Frage (Adam Smith): Warum funktionieren Arbeitsteilung und Dezentrales Wirtschaftssystem
trotz schlechtem Menschenbild (habgierig, egoistisch, selbstsüchtig, unendliche Bedürfnisse)?
Zum Thema “unendliche Bedürfnisse”: Man unterscheidet in Sättigungsgüter und Nichtsättigungsgüter;
die Einschätzung was wozu gehört ist jedoch streng subjektiv (eine Spielwiese für Marketingspezialisten).
Der Grund scheint (a) zu sein (Steuerungsmechanismus Markt/Preis).
Interessant ist, wann dieses Markt <-> Preissystem versagt? (Hunger <-> Überfluss …)
Wann werden die Mechanismen gesellschaftlich inakzeptabel?
Hieraus ergibt sich der homo oconomicus.
Der individuelle Mensch ist in diesem Modell frei und gesellschaftslos.
Eigenschaften: Sozial ungebunden, kann seine Nutzenmaximierung rücksichtslos verfolgen, ist unabhängig von anderen und nicht durch das Gemeinwesen eingeschränkt.
Letzteres gilt nur theoretisch, da das Handeln der Individuen externe Effekte auslöst. Aus diesem Grunde hat die moderne Mikroökonomie den “homo oeconomicus” aufgegeben.
*** Knappe Ressourcen ***
Dem homo oeconomicus mit seinen unbegrenzten Bedürfnissen gegenüber stehen Knappe Ressourcen. – Knapp, gemessen an den Bedürfnissen.
Hieraus folgt, dass Entscheidungen Bedürfnisse <-> Ressourcen getroffen werden müssen.
Budgetgerade:
Preis = 10 €
CDs|
10 |x
|xx <- Budgetgerade
|xxx
|xxxx
————
5 Bücher (Preis = 20 €)
xxx = Konsummöglichkeitenmenge
Kanonen ^
|y
-xyy
|xxxxyy
|xxxxxxxxyy
|xxxxxxxxxxxxyy
|xxxxxxxxxxxxxyy
|xxxxxxxxxxxxxxyy
—————|—->
Butter
xxx = Produktionsmöglichkeitenmenge
yyy = Technischer Fortschritt kann die Produktionsmöglichkeitenmenge verschieben.
These zu diesen beiden Zeichnungen: Entweder jemand gibt die Mengen vor (Planwirtschaft) oder die Entscheidung wird durch die
Individuen getroffen (= “der Markt regelt das”).
Theoretische Richtungen der VWL
Klassik: Adam Smith, Marx, Ricoardo
Frage nach der Steuerungsfähigkeit dezentraler Wirtschaft
In Gütern steckt menschliche Arbeit; damit hat alles einen objektiven Preis, der auf dem Markt gelten wird.
Preise spiegeln den Wert der Arbeit an einem Produkt wider (Arbeitswert-Theorie, Objektive Wertlehre)
Neoklassik (1850 bis heute):
Werte / Preise sind subjektiv. Ein Objekt hat einen subjektiven Wert für ein Individuum.
Mikroökonomie ist Neoklassik.
Entscheidungen in der Mikroökonomie gehen den Entscheidungen in der Makroökonomie voraus.
“Der Markt regelt alles.”
“Lasst die Märkte frei agieren. Aus rationalen mikroökonomischen Handlungen reguliert sich der Markt.”
Individualität
Keynes (1. Weltwirtschaftskrise):
Keynes betrachtet ausschließlich gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge. Für ihn ist Mikroökonomie nicht relevant.
“Sobald jemand seine persönliche Lage verbessert, geht es allen gesamtwirtschaftlich besser.”
Beispiel:
Lohn ist für den Haushalt = Einkommen.
Lohn ist für das Unternehmen = Kosten.
Unternehmen: Löhne niedrig halten < == > Nachfrage sinkt gesamtwirtschaftlich.
==> Mikroökonomische Entscheidungen / einzelunternehmerische rationale Entscheidungen können zu gesamtwirtschaftlichen Katastrophen führen
==> Einzelwirtschaftliche Rationalität hat negative externe Effekte. Diese können nur durch ein starkes Gemeinwesen eingedämmt werden.
In diesem Kurs wird neoklassische Mikroökonomie behandelt.